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22.04.2015

Tiefensee: Thüringen für Forschernachwuchs attraktiver machen

Förderprogramm für FuE-Personal neu aufgelegt: 37,5 Millionen Euro bis 2020 / Förderung startet mit Verabschiedung des Landeshaushalts

Thüringen will Forscher und qualifizierte Nachwuchswissenschaftler

im Land halten. Für Firmenstipendien, die Ein­stellung von Hochschul­absolventen oder die  Ausleihe von innova­tivem Personal aus den Hochschulen stellt das Thüringer Ministe­rium für Wirtschaft, Wissen­schaft und Digitale Gesell­schaft bis zum Jahr 2020 rund 37,5 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes zur Verfü­gung. Das entsprechende Förderprogramm zur Gewinnung von Personal für Forschung und Entwicklung (FuE) tritt am Dienstag (21.4.2015) in Kraft.

"Unser Ziel ist es, innovative Köpfe und insbesondere den akademischen Nach­wuchs im Land zu halten", sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Dies sei ein Gebot der Fachkräftesicherung für die Thüringer Wirt­schaft. Noch verlässt rund die Hälfte der Thüringer Hochschulabsolventen unmittel­bar nach dem Studium das Land. Nach fünf Jahren ist sogar nur noch rund ein Drittel von ihnen in Thüringen beruflich tätig. Das geht aus einer Untersu­chung der Universität Jena im Auftrag des Ministeriums hervor.

"Wir wollen die Attrak­tivität Thüringens als Beschäftigungsstandort für Hoch­schulabsol­venten deutlich verbes­sern", sagte der Minister. "Hierfür brauchen wir das enge Zusammen­spiel von Wirtschaft und Wissenschaft." Mit dem Förderprogramm werde man die Betriebe dabei unterstützen, Absolventen und qualifi­zierte Nachwuchswissenschaftler frühzeitig an sich zu binden und attraktive­re Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Dabei kann das Ministerium an den Erfolg eines ähnlichen Programms aus der letzten Förderperiode anknüpfen. Über dieses Programm konnten im Zeitraum 2007-2014 mehr als 1.200 Forscher und Entwickler gefördert wer­den. In den allermeis­ten Fällen führte die Förderung dabei zu unbefristeten Beschäftigungsver­hältnissen und trug so dazu bei, die Abwanderung hoch­qualifizierter Arbeitnehmer aus dem Freistaat zu verhindern.

Das neue Programm bündelt Fördergegenstände wie Thüringen-Stipendium, Innovatives Personal sowie die Ausleihe oder Entsendung von FuE-Perso­nal. Gefördert werden Unternehmen, die Hochschulabsolventen einstellen, Stu­denten oder Doktoran­den - vor allem aus den sog. MINT-Fächern (Ma­thematik, Informatik, naturwissenschaftlich-technische Fachrichtungen) - durch Firmenstipendien und Verträge an sich binden oder eigene FuE-Mitar­beiter zeitweise an eine Hochschule oder Forschungseinrichtung entsenden wollen. Ebenfalls förderfähig sind Forschergruppen an Hochschu­len oder For­schungsinstituten, die im Bereich der industriellen Grundlagen­forschung mit Thüringer Unternehmen kooperieren.

"Mit der Verabschiedung der entsprechenden Förderrichtlinie stehen wir jetzt in den Startlöchern", sagte der Wirtschaftsminister. Die Förderung werde un­mittelbar mit der Verabschiedung des neuen Landeshaushalts anlaufen.

Pressemitteilung des TMWWDG, 19.04.2015